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Phase 27: Januar bis März 2006

Good By 2005! Ein schweres Jahr ist zu Ende. Symbolisch tragen Sheran und Dulip den „alten Mann“ zum Neujahrsfeuer. In die Jackentaschen der Strohpuppe haben alle Kinder und Angestellte Zettel mit den schweren und schlechten Ereignissen des alten Jahres gesteckt. Mit dem „old man“ wird auch all das Negative in den letzten Minuten des alten Jahres verbrannt.
Es ist so weit! Vor dem STERNSTUNDENHAUS begrüßen Angestellte,
Gäste, Volontärinnen und Kinder zusammen mit „Lokuthatha“ Michael Kreitmeir das Jahr 2006.
Mit einem gemeinsamen Gebet gesprochen von Vertretern aller vier Weltreligionen in Little Smile starten wir in das neue Jahr (von links) Michael Kreitmeir als Christ, der Lehrer Dulip als Buddhist, die Betreuerin Bawani als Hindu und die Nählehrerin Ramesha als Muslime
Anoma wurde im Sommer 2005 an unserem Tor abgegeben, seitdem hat kein Mensch mehr nach dem dreijährigen Mädchen gefragt. Woher sie kommt wissen wir nicht aber wir möchten gemeinsam mit allen Helfern und Freunden dafür sorgen, dass sie und all ihre vielen Little Smile Geschwister in eine gute Zukunft gehen.
“An ihren Werken werdet ihr sie erkennen …” – und ganz bestimmt nicht an überdimensionalen Bautafeln. Selbst bei der Grundsteinlegung für ein Krankenhausgebäude in Kalmunai wird, was die Eigenwerbung betrifft, nur kurz improvisiert. Noch am gleichen Tag werden die Flaggen von Bayern und von Little Smile bei der Eröffnung von drei Witwenhäusern am Strand von Kalmunai wehen. Mehr als 13 Monate nach der Tsunamikatastrophe sind wir an vielen Fronten tätig. Mehr dazu unter Tsunamiaktionen 2006.
Unser Boot bricht auf zum Fischfang vor der Küste Indiens. Hilfe, die keine Almosenempfänger erzeugt sondern eine Chance bietet sich selbst zu helfen. 10 Fischerfamilien leben direkt oder indirekt von den Einnahmen dieses Bootes. Ein Teil des Gewinnes fliest zudem in ein Projekt, das Tsumaniwitwen bei der Ausbildung unterstützt.
“Hab’ mei Wage, vollgelade….” Am Unabhängigkeitstag am 4. Februar fahren wir mit all unseren Fahrzeugen und allen Kindern und Angestellten hoch zu dem Meditationsplatz auf “heavens door”. Hier werden wir die Fahne von Sri Lanka hissen und darüber nachdenken, dass Unabhängigkeit nur Sinn macht wenn die Menschen auch fähig und bereit sind Verantwortung für die neugewonnene Freiheit zu übernehmen.
Woche für Woche klopft die Not an das Tor unseres Kinderdorfes. Mehr und mehr suchen auch verlassene Frauen oder Witwen mit ihren Kindern Schutz und Hilfe bei uns. Danushe und Eveangeli hatten Glück und haben im Februar ein neues Zuhause und einen “Ersatzpapa” gefunden.
Im Leben gibt es manchmal Begegnungen, die einen reicher machen – und damit sind ganz sicher keine Geschäftsabschlüsse gemeint. Als Michael Kreitmeir den Media-Commissioner von Sri Lanka in Colombo trifft, um wirksame Schritte gegen die Verleumdungskampagnen zu besprechen, da ist der Gründer von Little Smile beeindruckt von der Weisheit und Klarheit des 85jaehrigen Mr. Sam. “Ich wollte Sie kennen lernen weil sie viel Positives bewegen müssen, um so viele Intrigen und Lügen heraufzubeschwören,” hatte ihn der alte Mann begrüßt. “Verschwenden sie ihre Zeit und ihre Energien bitte nicht an Neider, Lügner und Intriganten. Die sind des ganz einfach nicht wert. Am Ende, glauben sie mir, wird immer die Wahrheit siegen.”
Ob dieser Moslem, der durch die Tsunamiwelle seine Frau und drei seiner sieben Kinder, sein Haus und all seinen Besitz verloren hat oder ob eine verstoßene Frau in den Bergen Sri Lankas, die für sich und ihre Kinder weder Schutz noch Essen hat…
Menschen zu helfen, ihnen ein Lächeln zurückgeben, das gibt immer wieder Kraft die man dringend braucht für den großen Berg an Aufgaben.
Witwen mit Kindern Schutz aber auch wieder Arbeit und damit eine Lebensperspektive zu geben! Bei Butala hat Little Smile verwildertes Land wieder urbar gemacht, hat das Elefantengras umgepflügt und damit die Gefahr von Buschbränden gebannt. Nun werden Zäune errichtet und Strassen angelegt, sowie Hunderte von Mango- und Orangenbäumen gepflanzt. Bis Ende 2006 sollen weitere Plantagen, Ausbildungsbetriebe und vor allen Dingen Wohnhäuser für Witwen mit ihren Kindern folgen.
Es gibt eine Sprache die alle Menschen verstehen, es ist die Sprache der Taten. Little Smile hat in den vergangenen 7 Jahren in den Bergen Badullas viel bewegt, gerade die Ärmsten in den abgelegenen Tamilendörfern haben in Michael Kreitmeir einen Anwalt ihrer Anliegen gefunden. Sie glauben dem Weißen aus dem fernen Land weil er nicht nur redet.
Solange es Kinder gibt wie diese beiden Mädchen, um die sich Niemand wirklich sorgt, die einfach nur überleben um dann das gleiche traurige Schicksal zu erleiden wie ihre Mütter, solange es solche Kinder in Sri Lanka gibt, wird Little Smile, wird dieses Lächeln der Hoffnung in diesem Land gebraucht.