Besucher seit Januar 2005: 875655

Phase 66: Januar bis März 2016

Das Jahr 2016 ist gerade einmal 15 Tage jung, da dürfen wir im Kinderdorf schon wieder feiern und zwar das Fest der Sonne Thai Pongal. In diesem Jahr erwarten Kinder, Betreuerinnen und Lokuthaththa den Sonnenaufgang bei unserem Weiher nahe der Marienkapelle. Bei den ersten Strahlen werden dann, entsprechend der hinduistischen Tradition, vom Vater alle Familienmitglieder gesegnet. In Sri Lanka feiern dieses eigentlich tamilische Fest längst auch die Buddhisten und Christen.
Das wichtigste am Thai Pongal Fest für die Kinder ist der süße Reis, den es an diesem Tag gleich nach der Segnung gibt. Zimt, Erdnüsse, Rosinen und Honig der Trickelpalme werden mit Reis zu einer süßen Leckerei vermischt, die es bei fast allen Hindufesten gibt und die ihren Namen Pongalreis von diesem wohl wichtigsten Fest der Hindus hat. Und darum gibt es am Thai Pongal im Kinderdorf auch mehr als eine Handvoll für jedes Kind, viel mehr.
Das Bubenheim auf Hill Top grenzt direkt an die Teewelt der Tamilen. Dort ziehen an Thai Pongal, ähnlich wie in Deutschland die Sternsinger, Gruppen von Jugendlichen, in Verkleidungen der Hindumythologie, von Haus zu Haus, wo sie für Ihren Gesang und Segen mit Süßigkeiten belohnt werden. Zu Bawani und ihren Jungs kommen die Sänger, Trommler und Flötenspieler besonders gern, weil da ist noch nie jemand wieder hungrig wegegangen.
Der große und der kleine Mikel. Seit Michael Kreitmeir den Namen des Erzengels in die Berge Sri Lankas gebracht hat, gibt es eine ganze Reihe von Michaels in und um das Kinderdorf. Immer wieder nennen gerade ehemalige Little Smile Mädchen ihren Erstgeborenen nach dem Mann, der ihnen vor vielen Jahren als ihr Lokuthaththa eine Chance gegeben und ihnen damit ein neues Leben geschenkt hat.
Auch einer der Zwillinge unserer Hill Top Mutter Bawani trägt den Namen Mikel. Und weil auch aus den ganz kleinen Kids eines Tages Teenager und dann sogar Erwachsene werden, schlägt Mikel im Februar eine ganz besondere und heißersehnte Stunde: Zum ersten Mal schwingt sich der 17jährige vorne aufs Motorrad. Todesmutig nimmt Jagath, gerade auf Heimatbesuch in Little Smile, hinter dem Fahranfänger Platz, die erste Motorradfahrt kann beginnen. Und die führt natürlich hoch ins Bubenheim, wo aufgeregt und nicht ohne Sorge seine Mutter Bawani wartet.
Sie kam als Gast und ging als Freund. Ingrid hatte gerade eine schwere Zeit hinter sich, als sie auf das Kinderdorf aufmerksam wurde. Sie hat sich getraut zu fragen, wir haben JA gesagt und rausgekommen ist eine für sie sehr wertvolle Zeit. Und als dann am 28. Februar nach einem sehr intensiven Monat der Moment des Abschieds kam, war sie sich ganz sicher: Ich werde die Zeit hier nie vergessen und Vieles von dem, was ich hier erlebt habe, in meinem Herzen tragen. Hier geht es zu Ingrids Erlebnisbericht.
Sie sind so klein, so zerbrechlich, so hilflos in einer oft kalten und grausamen Welt. Niemand kann oder will für sie sorgen, niemand ist bereit sie zu beschützen und ihnen einen Weg zu zeigen in ein besseres Morgen. Die Glücklichen finden einen Weg zu uns, aber es gibt so viele andere da draußen, denen kein Little Smile beisteht. In Frieden und Geborgenheit einschlafen dürfen und nach dem Aufwachen zu spüren, dass man angenommen ist, mehr noch geliebt. Im März beginnt für die Doni hier in Mahagedara ein neues Leben, eines voller Liebe.
Jedes Kind hat ein Recht auf eine frohe und beschützte Kindheit. Unsere Erde ist so reich, es gibt absolut keine Rechtfertigung dafür, dass Millionen von Kindern leiden, hungern, körperlicher und seelischer Grausamkeit ausgesetzt sind. Wie kann man von menschlicher Zivilisation sprechen, so lange auch nur ein einziges Kind auf diesem Planeten ohne Fürsorge und Liebe aufwächst? Klar, was Little Smile tun kann ist leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber viele Tropfen...
Und weil die Zeit nicht stillsteht, kommt der Tag, an dem aus unseren little girls ein big girl wird. Der Tag der ersten Regelblutung markiert im Leben der Mädchen in Sri Lanka einen entscheidenden Einschnitt. Von diesem Moment an gilt sie hier als junge Frau und wird auf dieses Leben vorbereitet. Der veränderte Umgang mit Jungs und Männern, Hygiene, Sexualität, tagelang wird das Mädchen von älteren Frauen in diesen neuen Lebensabschnitt eingewiesen, der Astrologe nennt Datum und Zeit für die Riten, mit denen das Kind dann auch der Gemeinschaft als junge Frau vorgestellt wird. Grace ist genau das hunderste Mädchen, das diesen so wichtigen Schritt im Kinderdorf Mahagedara vollzieht.