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Bilder des Monats

Mai 2016

Ich verstehe viel von dem, was um mich herum vorgeht, nicht. Alles ist so schnell, verwirrend, laut.  Ich will nicht älter werden, will nicht in die Schule, Fremde machen mir Angst. Wo ist mein Platz in dieser Welt? Kinder, die anders sind, ängstlich, verschlossen oder gar behindert haben es schwer in einem Land, in dem Autismus weitgehend unbekannt ist und Behinderungen als Strafe der Götter verstanden werden. In Mahagedara gibt es Mädchen, die weder im Bildungssystem noch in der Gesellschaft Platz finden. Gerade auch ihnen unser Tor und unsere Herzen zu öffnen, sie in ihrem Anders sein anzunehmen und zu respektieren, ihnen einen beschützten Raum zu schenken und den anderen Kindern vorzuleben, wie besonders, wie liebenswert jeder Mensch ist, das ist es, was Little Smile ausmacht.

April 2016

Die Feuer beginnen fast immer kurz vor Dunkelheit und am Wochenende, wenn die Arbeiter zu Hause sind. Meist brennt es an mehreren Ecken gleichzeitig. Machtlos muss man mit anschauen, wie die Feuerwalzen durch das meterhohe, trockene Gras toben, Hitzesäulen schrauben sich in den Himmel, schleudern Asche kilometerweit. Papageien kreischen ihr Klagelied, während ihre Jungen verbrennen, die meisten Wildtiere sterben ungehört einen qualvollen Feuertod. Man fühlt sich ohnmächtig, wütend und traurig, während nicht nur die Arbeit von Jahren in Flammen aufgeht, sondern die Hoffnung auf ein besseres Morgen. In der ersten Aprilwoche brennt es in vielen Grundstücken von Little Smile. Am Ende der Trockenperioden geschieht Jahr für Jahr immer der gleiche Wahnsinn, die Natur wird angezuendet. Warum? Geldgier, Spekulation, Zerstörungswut und oft auch Neid. Besonders schlimm hat es diesmal unsere Farm in Raja Giri erwischt. Robin, seit seinem 2. Lebensjahr in Little Smile, ist sprachlosund traurig aber diese Trauer lähmt nicht, im Gegenteil. Wir bauen in die Steilhänge eine Strasse als Brandschutz und um durch Kanäle das Regenwasser zu bändigen, denn ab Mitte April drohen heftige Regenfälle und Erdrutsche.

März 2016

Ein wilder Elefant hat am Ostermorgen unsere Quelle leer getrunken, Affen toben in den Bäumen, Pfauen schreien und an der Grenze wütet wieder einmal ein Waldbrand, aber auch gefärbte Eier, eine brennende Osterkerze, weiße Osterhasen und lächelnde Kinder: Sonntag, der 27. März 2016 im Kinderdorf Mahagedara.

Februar 2015

Positiv in die Zukunft schauen, weil „geht nicht gibt’s nicht“ in Little Smile. Mehr als 100 Kokosnusspalmen wurden im Januar von wilden Elefanten im Ayurvedazentrum von Little Smile bei Buttala zerfetzt, die Arbeit von 10 Jahren zunichte gemacht. Seit drei Jahren sind Saradha und ihr Mann für Little Smile „Aloka“ (Licht) verantwortlich. Das ehemalige Little Smile Kind hat im Kinderdorf auch gelernt, dass man niemals aufgeben darf. Stolz zeigt sie Luxmi, einer unserer Betreuerinnen aus dem Kinderdorf, die Orangen und Zitronen, gewachsen in Aloka.

Januar 2016

Wer als Tourist Sri Lanka besucht ist regelrecht geblendet von einer allmorgendlichen Völkerwanderung. Heerscharen von Kindern in blendend weißen Schuluniformen, die dem Fremden freundlich zu winken, suggerieren das Bild einer heilen Kinderwelt. Schein oder Sein? Schon mit 5 Jahren beginnt in Sri Lanka mit der Schulpflicht der „Ernst des Lebens“. Hiruni und Nisali konnten nach 2 Jahren Vorschule im Kinderdorf ihren ersten Schultag draußen kaum erwarten. In der Schule bekamen sie ein Krönchen verpasst, aber unterrichtet wurde dann den ganzen Januar leider nicht, das Sportfest der Großen war scheinbar wichtiger und dauerte ein ganzes Monat. Trotz staatlicher Schulpflicht, ohne private Zusatzklassen und Unterstützung von daheim habe Kinder in Sri Lanka kaum eine Chance auf gute Bildung. Hiruni und Nisali werden in Little Smile zusätzlich unterrichtet, aber viele Kindern, besonders Mädchen aus armen Verhältnissen, haben kaum eine Möglichkeit in den staatlichen Schulen auf das Leben vorbereitet zu werden, all den strahlend weißen Uniformen und Krönchen zum Trotz. Gerade darum investiert Little Smile viel Energie in die Verbesserung der Bildungschancen, damit Kinder wie diese beiden wirklich Grund haben für ein Lächeln, weil sie gefordert und gefördert werden, weil es in der Schule um sie geht und ihre Rechte und nicht die Sicherung der Privilegien der Lehrer.

Dezember 2015

Schon zwei Wochen vor dem „Heiligen Abend“ bekamen wir unser Christkind 2015. Der kleine tamilische Junge, unehelich geboren, vom Vater verstoßen, war heimatlos, wie so viele in diesen Tagen. Wir haben ihm unser Tor und unser Herz geöffnet, werden ihm und seiner Mutter nun ein Zuhause geben, Fürsorge, Liebe. Und so kam zu uns ins Kinderdorf in den Bergen Sri Lankas schon Anfang Dezember das Licht der Weihnacht.

November 2015

Eine Heimsuchung der besonderen Art! Als wäre der ständige Regen mit den damit verbundenen Erkältungen nicht genug, erwischte es auch noch die letzten unserer 110 Kinder, die noch keine Windpocken hatten. Zeitweise waren mehr als 10 Kinder auf einmal erkrankt, also öffneten wir unser kleines Krankenhaus im Kinderdorf. Nun sind diese juckenden Pickel zwar ärgerlich, aber nicht gefährlich, dumm war jedoch, dass es einen Teil der Kinder während der Jahresprüfungen in der Schule erwischte.

Oktober 2015

Als hätten sie die Eier selbst gelegt! Kaushaliya und Dilukshi übernahmen im Oktober die Verantwortung für unseren Hühnerstall. Als sie dann bereits am zweiten Tag die ersten Eier entdeckten und stolz ihrem Lokuthaththa präsentierten, war ihr Ehrgeiz geweckt. In der Schule haben die beiden 14jährigen eher selten Erfolgserlebnisse. Den ganzen Oktober zeigen sie, dass wir uns auf sie, punkto Hühner und Eier, verlassen können, nie vorher waren die Ställe so sauber und die Hühner so gesund. Wieder einmal wird deutlich: Es kommt darauf an, Kinder in all ihren Unterschieden anzunehmen, ihre Stärken zu entdecken, sie zu fordern und zu fördern. 

September 2015

Sonnige Tage und sternklare Nächte. Bis Mitte September zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite. Bevor die Regenzeit beginnt dürfen alle Kinder auf der Veranda der Schule unter dem Sternenhimmel schlafen. Viel geschlafen wird da freilich nicht und so blinzelt so mancher beim Frühstück müde aber glücklich in die Morgensonne.

August 2015

Auch in Sri Lanka sind im August Schulferien. 103 Kinder den ganzen Tag beschäftigen, ein langes, heißes Monat lang, bei Gott keine einfache Aufgabe. Zum Glück haben wir mit dem Naturschutzgebiet „Little Smile for Nature“ gleich neben dem Kinderdorf ein fantastisches Rückzugsgebiet. Im Dschungelfluss, der auch am Höhepunkt der Trockenzeit noch genügend Wasser führt, können unsere Kinder nach Herzenslust toben. Hier stören weder Müll noch Betrunkene und dann leider oft auch sehr aufdringliche einheimische Urlauber. Und so gilt bei uns im sehr heißen August 2015 das Motto: Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nahe!