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Bilder des Monats

Januar 2015

Es geht aufwärts in Sri Lanka, schreiben die Zeitungen und sagen Wirtschaftsstatistiken. Zwar fahren auch am Kinderdorf mehr Autos vorbei als früher, aber ansonsten merken wir wenig vom Aufschwung, im Gegenteil. Noch nie war die Liste der Kinder, die in Little Smile um Aufnahme baten, länger als zu Beginn des neuen Jahres. Besonders in den bitterarmen Teedörfern können sich mehr und mehr Menschen nicht einmal mehr Gemüse leisten. Nicht selten flüchten die Väter in Alkohol, Mütter gehen als Arbeitskräfte in den Mittleren Osten. Die Kinder bleiben bei den Großeltern, die selber fast nichts haben. Ein weiteres Problem ist die zunehmende Gewalt und sexuelle Übergriffe, denen besonders Mädchen ohne Eltern ausgesetzt sind. Allein in den ersten zwei Wochen von 2015 nahmen wir, nur in Mahagedara, 28 neue Mädchen auf, fast alle von der Minderheit der indischen Bergtamilen. Und die Freude darüber, nun sicher und unbeschwert als Kind leben zu dürfen war nicht nur bei diesen vier jungen Damen groß.

Dezember 2014

Das Kind vom Stall in Betlehem. Bei aller romantischen Verklärung wohl kaum der geeignete Ort für ein Neugeborenes. Warum aber wird im christlichen Glauben der allmächtige Gott als Flüchtling, heimatlos und verfolgt in bitterer Armut geboren? „Was du dem geringsten deiner Brüder getan hast, das hast du mir getan“. Den nicht begreifbaren, nicht fassbaren Gott lieben können, indem man den Nächsten liebt. Wo bekäme Weihnachten einen tieferen Sinn als an einem Ort, an dem verstoßene, vergessene Kinder Heimat, Schutz, Fürsorge und Liebe bekommen? Jedes Kind ist Hoffnung, jedes Kind kann ein Licht werden in der Dunkelheit dieser Welt.

November 2014

Ungewöhnlich starke Regenfälle, ein großer Erdrutsch und viele kleinere, der November 2014 wird uns nicht nur wegen der vielen Opfer der Katastrophe am 29. Oktober in trauriger Erinnerung bleiben. Umso wichtiger war es, am letzten Tag des Monats die erste Kerze am Adventskranz zu entzünden und damit ein Zeichen der Hoffnung zu setzen, Licht, das gerade auch in schweren Tagen leuchtet. Zudem beginnen für 11 unserer Kinder in wenigen Tagen die Schulabschlussprüfungen.

Oktober 2014

Am Morgen des 29. Oktober machte sich Kamadevan wie jeden Werktag auf den Weg zur Tamilenschule, wo er als Hausmeister arbeitet. Es ist neblig und nieselt, die ganze Nacht hat es immer wieder geregnet. Kamadevan macht sich Sorgen, wo er Geld herbekommen soll, um sein Dach abzudichten. Seine Tochter schläft noch, er verabschiedet sich deshalb nicht. Er wird sie nie wiedersehen. Eine Stunde später, genau um 7:45 Uhr  verschwindet Kamadevans Welt, sein Haus und seine Tochter unter einer gigantischen Schlammlawine. Noch am selben Tag trifft Michael Kreitmeir seinen Arbeiter, versucht erst gar nicht, den alten Mann mit Worten zu trösten. Ihn weinen lassen, einfach da sein, die zitternde Hand halten. Auch seine Frau ist vermisst, noch gibt es Hoffnung, vielleicht konnte sich seine Familie ja retten, ist in irgendeinem anderen Lager. Am 1. November dann, Allerheiligen, wird am Abend die Leiche der jungen Frau geborgen. Fast vier Tage nach der Katastrophe gibt es keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu finden. Michael Kreitmeir weiß, wenn all die Katastrophenhelfer, all die Filmteams und die Neugierigen verschwunden sind, dann wird unsere Aufgabe beginnen, dann geht es darum, den Überlebenden Hoffnung und eine neue Perspektive, zu allererst aber ein Dach über dem Kopf zu geben.

August 2014

Nur ein einziges Mal hat es im August im Kinderdorf geregnet und da auch nur wenige Minuten, ansonsten jeden Tag Sonne satt. Und damit man die nicht satt bekommt und weil auch noch Schulferien waren, stand das Planschen im Wasser ganz oben auf der Wunschliste der Kinder. Besonders bei den Kleinen war es für Viele das erste Mal, dass sie sich diesem Element anvertrauten. Mit dem Vertrauen so ganz ohne Boden unter den Füßen ist das freilich so eine Sache. Und während Sandu sich schon bald fast zu sehr auf die Schwimmflügel verlässt, klammert sich nicht nur Dinu zunächst lieber am Hals vom Lokuthatha fest. Ganz klar, das Planschbecken im Kinderdorf war der Volltreffer des Monats.  

July 2014

The saying “Good things take time” is definitely true for the pictures which children of the fifths class of the Gymnasium in Raubling created with their art teacher. Since the Tsunami catastrophe teachers and pupils from this Gymnasium support our work with many activities, thus setting one of the few examples of real sustainable help and partnership. So the Gymnasium has its own working group "School without Borders" and every four years they organize a charity run, the so called “run without frontiers” (www.gym-raubling.de), whose proceeds are partly also used to support Little Smile. Let’s get back to the painting activity of the class 5c: The subject was: “What do we wish Little Smile’s children?” The pictures were traveling two month by mail until finally in mid July they arrived in the children’s village Mahagedara. Joy and surprise were great when the children saw the pictures with chairlifts and snow-covered mountains. Then our children spontaneously sat down to draw pictures of their home without snow and chairlifts but with elephants and many monkeys. These pictures will now start their journey around half the world to get to the Upper Bavarian Raubling.

Juli 2014

„Gut Ding braucht Weile“ und bei den Bildern, die Kinder der fünften Klasse des Gymnasiums in Raubling mit ihrer Kunstlehrerin erarbeitet haben, trifft dieses alte Sprichwort. Seit der Tsunami-Katastrophe unterstützen Lehrer und Schüler dieses Gymnasiums mit vielen Aktionen unsere Arbeit und geben so eines der seltenen Beispiele wirklich nachhaltiger und partnerschaftlicher Hilfe. So gibt es im Gymnaisum eine eigene Arbeitsgruppe Schule ohne Grenzen, alle vier Jahre im Juli findet der „Lauf ohne Grenzen“ statt (www.gym-raubling.de), mit dessen Erlös auch Little Smile unterstützt wird. Zurück zur Malaktion und der 5c: Das Thema der Malaktion: Was wünschen wir den Kindern von Little Smile. Fast zwei Monate waren die Bilder auf dem Postweg, bis sie dann Mitte Juli im Kinderdorf Mahagedara ankamen. Und da war die Freude groß und auch das Erstaunen, etwa über Sessellifte und schneebedeckte Berge. Spontan haben sich  unsere Kinder hingesetzt und Bilder gemalt von ihrem Zuhause, ohne Schnee und Sessellift, dafür mit Elefanten und vielen Affen. Diese Bilder werden nun ihre Reise um die halbe Welt antreten ins oberbayerische Raubling.

Juni 2014

Die wahren der Helden der Ärmsten des Landes sind häufig die Großmütter. Wenn die Familien zerbrechen sind es oft die alten Frauen, die sich der Kinder annehmen, gleichwohl sie selbst in bitterer Armut leben. Dann aber kommt der Tag, an dem sie die schwere Last nicht mehr alleine tragen können, wie diese alte Tamilin. Das kleine Mädchen auf ihrem Arm war nur wenige Tage alt, als die Mutter unter rätselhaften Umständen ums Leben kam. Niemand kümmerte sich um die Kleine, nur die alte Großmutter, die aber selbst keine Bleibe hat. Als sie keinen Ausweg mehr, sah klopfte sie ans Tor des Kinderdorfes Mahagedara.

Mai 2014

Das schönste Vatertagsgeschenk! Obwohl in Sri Lanka der Vatertag nicht am Donnerstag, den 29. Mai gefeiert wird, bekam Michael Kreitmeir just an dem Tag, an dem Väter in seiner deutschen Heimat feiern und sich feiern lassen, das schönste Geschenk, das man sich nur vorstellen kann: Sanduni und Yenuri, die zweijährigen Zwillingsschwestern. Fröhliches Kinderlachen hatte bisher in ihrem kurzen Leben keinen Platz, das soll und wird sich in Little Smile ändern. Unsere junge Betreuerin Anusha und die 12jährige Saral hatten die Kleinen sofort ins Herz geschlossen und versprachen ihrem Lokuthatha, gut auf die neuen Geschwister aufzupassen.

April 2014

Doppeltes Wiedersehen nach langer Zeit! 12 Jahre ist es her, dass Sumalee ihren Vater in Sri Lanka besucht hat. Kurz vor Ostern kam sie mit ihrem Bruder Manuel im Kinderdorf an und erlebte eine völlig neue Welt als die, die sie als Teenager bei ihrem letzten Besuch verlassen hatte. Der erste Weg freilich führte die drei zur Urne der Mutter und Großmutter Maria Kreitmeir in der kleinen Marienkapelle des Kinderdorfes. 2002 hatten sie mit ihren Großeltern noch gemeinsam hier im Kinderdorf Ostern gefeiert.