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Bilder des Monats

Januar 2017

Trauer und Freude, sogar wenn eine junge Frau heiratet liegen diese Gefühle in der tamilischen Kultur nahe beieinander. Bevor Dhiviya den Mann heiraten kann, den sie sich selbst ausgesucht hat, immer noch nicht selbstverständlich in Sri Lanka, muss sie ihr Zuhause bei ihrer Mutter verlassen. Mit der Hochzeit gehört sie dann zur Familie des Mannes, muss bei ihm und seiner Familie leben. Seit sie dem Kinderdorf entwachsen ist, hat Dhiviya im Haus ihrer Mutter Bawani gelebt. Zwei Tage lang nimmt sie Ende Januar, begleitet von vielen traditionellen Zeremonien Abschied, für immer.

Dezember 2016

Der Sohn Gottes, Mensch geworden als schutzbedürftiges Kind armer Leut, für die in den Häusern der Reichen kein Platz war. Für den Gott der Christen zählen nicht Geld und Macht, sondern die Liebe für Andere, besonders die Schwachen. Die Hirten erleben den Sohn Gottes vor den Königen. Wie weit ist Weihnachten oft von all dem entfernt und wie aktuell ist doch gerade auch 2016 seine Botschaft!  Hier finden Sie mehr zur Weihnacht 2016 im Kinderdorf „Mahagedara“.

November 2016

Unser alter Hindupriester erbittet lautstark die Hilfe aller sieben Götter unseres Tempels im Bubenheim in Hill Top. Schutz für die Reise, Kraft und Klugheit für die Vorhaben am anderen Ende der Welt sollen sie gewähren für Anka, die am nächsten Morgen nach Deutschland aufbrechen wird, genauer ins bayerische Eichstätt. Dort wird sie Gestaltung und Eröffnung des neuen "Schaufensterbüros" des Little Smile e.V. organisieren.

Oktober 2016

Genau zwei Jahre nach der Erdrutschkatastrophe bei Koslanda. Rechtzeitig zum Jahrestag kann Joga Raja (links neben Michael Kreitmeir) sein neues Haus eröffnen. Alles hat er am 29. Oktober 2014 verloren, sein Haus, seinen Lastwagen, all sein Hab und Gut. Wochenlag ist er nach der Katastrophe herumgeirrt, konnte und wollte es nicht glauben, dass auch seine Frau, die beiden Söhne, die Schwiegertochter und der Enkel von der Erde verschluckt worden waren. Nur ganz wenige Fotos konnte er aus dem Schlamm bergen, auf ein Transparent gedruckt sind sie der einzige Schmuck im neuen Haus, das ohne seine Familie leer und einsam ist. Little Smile hat dem Unglücklichen die Hand gereicht, war da als er nicht mehr weiter konnte und wollte. Gemeinsam begehen wir mit ihm die Hinduriten zur Hauseröffnung, gemeinsam gedenken wir der Verstorbenen und gemeinsam werden wir versuchen, seinem Leben wieder Sinn zu geben.

September 2016

„Es ist gut, wenn uns die verrinnende Zeit nicht als etwas erscheint, das uns verbraucht oder zerstört, sondern als etwas, das uns vollendet“. (Antoine de Saint-Exupery).
Diesen Gedanken fand Michael Kreitmeir absolut passend als Motto zu seinem „runden Geburtstag“. Was aber schenkt man einem Menschen, der von sich selber sagt, dass er absolut keine materiellen Wünsche hat, dass er froh und dankbar ist für jeden Tag und jedes Kinderlachen? Anka Blank, seit drei Jahren im Kinderdorf hatte trotzdem eine Idee für ein Geburtstagsgeschenk und sie zeigte, dass sie Michael Kreitmeir inzwischen sehr gut kennt. Das von ihr organisierte Geschenk war ein Volltreffer.
Lesen Sie dazu Lokuthaththas Geburtstagsparty.

August 2016

Raja Kumari, übersetzt königliche Prinzessin, ist gestürzt – und wie. In solchen Momenten merkt man, wie sehr wir hier in der Wildnis der Berge auf uns gestellt sind. Das benachbarte Krankenhaus verdient den Namen nicht, die paar Ärzte drücken sich vor jeder Verantwortung. Kein Wunder, dass die meisten „ernsten Fälle“ beim stundenlangen Transport in das Bezirkskrankenhaus nach Badulla „auf der Strecke“ bleiben. Unsere Prinzessin hat Glück und einen harten Schädel. Michael Kreitmeir: „Ich danke Gott und merke wieder einmal, wie sehr mir diese Kinder ans Herz gewachsen sind“

Juli 2016

Juli 2016, 30 Tage Sonne satt! Doch wenn Wasserquellen versiegen und viele Wälder brennen, sehnt man den Regen herbei. Glücklich wer da, wie die Kinder in Mahagedara ein unversehrtes Stück Natur, gleich neben dem Kinderdorf, sein eigen nennt. Kein Wunder, dass die sonntäglichen Ausflüge ins Naturschutzgebiet von Little Smile so bliebt sind. Schattenspendende Baumriesen und ein natürlicher Pool im Dschungel, Kinderherz was willst du mehr? Wie schön könnte die Welt sein, wenn wir Menschen sie nur ließen!

Juni 2016

Wenn drei Göttinen und drei Götter nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder in ihren Hindutempel zurückkehren, dann ist das mit einem einmaligen Fest nicht getan. Nach 96 Stunden Beten, Feiern und viel Trommeln und zwar ohne Pause, folgen noch 20 Tage mit abendlichen Tempelnfeiern bevor das bunte, laute eben hinduistische Teiben im Juli in einer spektakulären Prozession enden wird. Nach dem Kinderdorf Mahagedara wird dann auch das Bubenheim auf Hill Top seinen eigenen Hindutempel haben. Und weil all die Feierlichkeiten letztlich Little Smile Familienfeste waren und sind, ist der tägliche Besuch des Tempels von Mariamman vom 21. Juni bi zum 16. Juli fester Bestandteil des Tagesablaufs im Kinderdorf.

Mai 2016

Ich verstehe viel von dem, was um mich herum vorgeht, nicht. Alles ist so schnell, verwirrend, laut.  Ich will nicht älter werden, will nicht in die Schule, Fremde machen mir Angst. Wo ist mein Platz in dieser Welt? Kinder, die anders sind, ängstlich, verschlossen oder gar behindert haben es schwer in einem Land, in dem Autismus weitgehend unbekannt ist und Behinderungen als Strafe der Götter verstanden werden. In Mahagedara gibt es Mädchen, die weder im Bildungssystem noch in der Gesellschaft Platz finden. Gerade auch ihnen unser Tor und unsere Herzen zu öffnen, sie in ihrem Anders sein anzunehmen und zu respektieren, ihnen einen beschützten Raum zu schenken und den anderen Kindern vorzuleben, wie besonders, wie liebenswert jeder Mensch ist, das ist es, was Little Smile ausmacht.

April 2016

Die Feuer beginnen fast immer kurz vor Dunkelheit und am Wochenende, wenn die Arbeiter zu Hause sind. Meist brennt es an mehreren Ecken gleichzeitig. Machtlos muss man mit anschauen, wie die Feuerwalzen durch das meterhohe, trockene Gras toben, Hitzesäulen schrauben sich in den Himmel, schleudern Asche kilometerweit. Papageien kreischen ihr Klagelied, während ihre Jungen verbrennen, die meisten Wildtiere sterben ungehört einen qualvollen Feuertod. Man fühlt sich ohnmächtig, wütend und traurig, während nicht nur die Arbeit von Jahren in Flammen aufgeht, sondern die Hoffnung auf ein besseres Morgen. In der ersten Aprilwoche brennt es in vielen Grundstücken von Little Smile. Am Ende der Trockenperioden geschieht Jahr für Jahr immer der gleiche Wahnsinn, die Natur wird angezuendet. Warum? Geldgier, Spekulation, Zerstörungswut und oft auch Neid. Besonders schlimm hat es diesmal unsere Farm in Raja Giri erwischt. Robin, seit seinem 2. Lebensjahr in Little Smile, ist sprachlosund traurig aber diese Trauer lähmt nicht, im Gegenteil. Wir bauen in die Steilhänge eine Strasse als Brandschutz und um durch Kanäle das Regenwasser zu bändigen, denn ab Mitte April drohen heftige Regenfälle und Erdrutsche.